Methoden-Workshop - Zeitgeschichte und der öffentliche Raum. Analoge und virtuelle Erinnerung als Public History am Beispiel Wiens

 

Eine Lehrveranstaltung von Linda Erker und 20 Studierenden am Institut für Zeitgeschichte.

 

 

„Geschichte wird gemacht“ – so der Songtitel der Band „Fehlfarben“. In dem Lied heißt es auch „Vergessen macht sich breit“, aber stimmt das wirklich? Der Methoden-Workshop im Sommersemester 2021 widmete sich genau dieser Frage und forderte Studierende auf, bestehende geschichtsvermittelnde Projekte zu diskutieren. Sie mussten eigenständig ein erinnerungspolitisches Projekt mit Fokus auf die Geschichte des Nationalsozialismus in Wien realisieren. Denn: Wir alle können das kollektive Wissen über die jüngere Vergangenheit mitgestalten.

„Hands-on!“ war daher das Motto und so wurde von den Teilnehmer:innen ein hohes Eigenengagement und gg.falls auch technisches Know-how erwartet. Neben den wissenschaftlichen Recherchen galt es auch, die Form der kreativen Wissensvermittlung konsequent zu reflektieren und eine eigene Intervention in die Tat umzusetzen. Teamarbeit war dabei ausdrücklich erwünscht.

Aufgrund der Covid-19-Pandemie arbeiten wir „nur“ online miteinander und erst Ende Juni 2021 konnten wir uns für eine Exkursion durch den öffentlichen Raum in Wien treffen. Dabei präsentierten einige Studierende ihre Podcasts an den Orten des Geschehens, führten uns mit einer Soundinstallation in die Geschichte der NS-Zwangsarbeiter:innen in die Lobau oder diskutierten vor Ort am Heldenplatz über die Zukunft des „Hitler-Balkons“.

Alle Studierenden haben ganz nach ihren Ideen und Vorstellungen reale und innovative Projekte realisiert, nicht alle Interventionen können hier auf der Homepage aufgeführt werden. Teilweise waren die Kosten für Bild- und Tonrechte zu hoch, um das fertige Produkt auch außerhalb des Seminars zu veröffentlichen. Auch diese Erfahrung gehörte zum Prozess der unterschiedlichen Projekte dazu. Stellvertretend für das Seminar und die Vielfalt der Ideen, sollen hier vier Projekte kurz vorgestellt werden. Diese vier Projekte zeigen: Geschichte wird gemacht und zwar von den Studierenden am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien.

 

Ich danke allen Teilnehmer:innen für ihre Bereitschaft sich so intensiv mit dem Thema und den unterschiedlichem Umsetzungsformen auseinanderzusetzen. Danke für die Blogs, Kurzfilme, Instagram-Stories, Lern-Homepages für Schüler:innen, Podcasts, analoge und digitale Stadtspaziergänge, Soundinstallation und Video-Essays.

 

Linda Erker

Arbeiten der Studierenden des Methoden-Workshops "Public History"

 

5 aus 75

Ein Projekt über den Wandel der Erinnerungskultur am Beispiel ausgewählter Denkmäler für die Sowjetarmee und den kommunistischen Widerstand in Wien von Meruyert Akhmetova und Leandra Wolfinger

 

Österreich Null

Ein Video-Essay von David Habermann

 

Geschichte Rauschen

Zwei Podcasts zum Thema U-Boote in NS von Thomas Hölzl

 

Nationalsozialismus in Wien – Der Weg von den „Sammellagern“ in den Osten

Ein Podcast von Johannes Mayer