Virtueller Rundgang zur multiperspektivischen Erschließung des Gedenkortes Maly Trostenez

© Claudia Theune 2019

Projektleitung: Univ.-Prof.in Dr.in Kerstin von Lingen, Univ.-Prof.in Dr.in Claudia Theune
Koordination:
Franziska Lamp, BA BA
Finanzierung:
EVZ "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft" ("Jugend erinnert"- Programm, Projektlinie "Digitale Formate"), Projektleitung IBB Dortmund
Kooperationspartner:
Dr. Aliaksandr Dalhouski (Geschichtswerkstatt der Internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte "Johannes Rau" Minsk), Prof. Dr. Christoph A. Rass (Universität Osnabrück)
Laufzeit: 01/2021 – 03/2022

 

Der Vernichtungsort Maly Trostenec in der Nähe von Minsk (Weißrussland) ist heutzutage weitgehend unbekannt. Für fast 10.000 Wiener Jüdinnen und Juden war dies jedoch der Ort, an dem sie im Holocaust 1941/42 den Tod fanden.

Im Sommersemester 2021 beschäftigen sich zwei Seminare der Zeitgeschichte sowie der Archäologie aus unterschiedlichen Perspektiven mit diesen Vorgängen. Seminarziel ist die Ausarbeitung eines virtuellen Rundgangs, der den Weg der Opfer aus ihrer Heimat nach Minsk sowie die Topographie der Vernichtung vor Ort deutlich machen soll. Die Seminare der Universität Wien stehen unter der Leitung der Historikerin Kerstin von Lingen und der Archäologin Claudia Theune und sind Teil eines trinationalen Projekts zwischen Österreich, Deutschland und Weißrussland, welches durch das Programm "Jugend erinnert" der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft" gefördert wird.

In Wien ist das Haus der Geschichte Österreich Projektpartner, wo Funde aus Maly Trostenec (persönliche Gegenstände der Getöteten aus Wien) in der ständigen Ausstellung gezeigt werden. Christoph Rass von der Universität Osnabrück hat mit dem Schwerpunkt „Konfliktlandschaften“ bereits in der Vergangenheit multiperspektive Rundgänge entwickelt und ist langjähriger Kollaborationspartner der Geschichtswerkstatt Minsk. Koordiniert wird das Projekt vom IBB Dortmund.


Geplant ist, die Ergebnisse von den an allen drei Universitäten parallellaufenden Seminaren gemeinsam der Öffentlichkeit zu präsentieren. Durch dieses transnationale Projekt wird es Besucherinnen und Besuchern des Gedenkortes Maly Trostenec in Zukunft möglich sein, Informationen und Hintergründe zu den Opfern, ihrer Geschichte, ihrer Herkunft und Ermordung sowie der Topographie des Vernichtungsortes zu erhalten.