Die Geschichte der österreichischen Wasserstraßenverwaltung (1918-1955)

„Befestigung der Uferböschung des Hafens durch Steinschüttung. Blick vom unteren Ende zur Donau“, unbekannter Fotograf. Fotodokumentation zu Hafenbauarbeiten in der NS-Zeit, Album „Hafenbau Albern 1941–1943“ © via donau

Projektleitung: Prof. Dr. Bertrand Perz
Projektmitarbeiterinnen: Dr.in Alexandra Wachter, M.A. / Gabriele Hackl, M.A.
Finanzierung: via donau – Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH
Laufzeit: 2017–2019

Die Verwaltung der Wasserstraßen Österreichs meinte 1918-1955 in erster Linie die Regulierung, Benützung und Instandhaltung der Donau, sowie die Verwaltung von Hochwasserschutzanlagen und in der NS-Zeit auch die Schifffahrt. Während einzelne österreichische Wasserkraftwerksbauten bereits in den Fokus wissenschaftlicher Studien gerückt sind, betritt eine umfassende Untersuchung der Geschichte der österreichischen Wasserstraßenverwaltung und ihrer Tätigkeit wissenschaftliches Neuland.

Im Zuge des Projekts sollen grundsätzliche Fragen beantwortet werden, wie jene nach den Aufgaben und der Funktion der Behörde sowie nach der institutionellen und personellen Entwicklung über historische Zäsuren hinweg.

Der Untersuchungszeitraum erlaubt es, die Auswirkungen der sich laufend verändernden politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse – durch den Zerfall der Donaumonarchie, den „Anschluss“ an das Deutsche Reich, den Kriegsverlauf, das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft und die anschließende alliierte Besatzung – nachzuzeichnen und damit Brüche und Kontinuitäten aufzuzeigen. Der Zeitraum 1918 bis 1938 soll dabei nur überblicksmäßig erfasst werden. Der zeitliche Schwerpunkt des Projekts liegt auf den Jahren 1938 bis 1945 und die Jahre der alliierten Besatzung.

Die Auswirkungen der militärischen und kriegswirtschaftlichen Bedürfnisse des Deutschen Reiches auf die Verwaltung der Wasserstraßen stellt eines der Kernthemen des Projektes dar.

Für die Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft stellen sich unter anderem konkrete Fragen wie:

  • Welche Rolle spielte die Wasserstraßendirektion bei der Planung bzw. dem Bau von Häfen, Kraftwerken und Kanälen wie dem Donau-Oder-Kanal?
  • Welche Bedeutung hatte der Ausbau der Donau zur Großwasserstraße in Hinblick auf die angestrebte Autarkie des Deutschen Reiches?
  • Inwieweit spielten hier außenwirtschaftspolitische Expansionsziele Richtung Südosteuropa, wie sie etwa von Institutionen wie dem Mitteleuropäischen Wirtschaftstag formuliert und vertreten wurden, eine wichtige Rolle?
  • Zu welchen Einschränkungen von Bauprojekten (Hochwasserschutz, Kraftwerksbauten, Hafenbauten etc.) kam es in der zweiten Kriegshälfte und welche Auswirkungen hatte der Luftkrieg auf die Verwaltung der Wasserstraßen?

Darüber hinaus wird nach den Aufgaben und Handlungsräumen der einzelnen Belegschaftsmitglieder der Wasserstraßenverwaltung auf leitender Ebene gefragt. Ihre Karrieren werden ebenso nachverfolgt wie Kompetenzstreitigkeiten und Kooperationen der Behörde mit anderen staatlichen Stellen und freien Unternehmen. Damit zusammen hängt die Frage nach dem Einsatz von Kriegsgefangenen, zivilen ausländischen ZwangsarbeiterInnen und KZ-Häftlingen.

Soweit es die Quellenlage erlaubt, wird auch die Zusammensetzung der übrigen Belegschaft rekonstruiert, vor allem in Hinblick auf ideologisch motivierte „Säuberungen“ der Beamtenschaft nach 1938 und der potentiellen „Entnazifizierung“ nach 1945. Neben den personellen Veränderungen werden für die unmittelbaren Nachkriegsjahre Zerstörungen, die Konfiskation von Geräten, der Umgang mit den verschiedenen Besatzungsbehörden allgemein, Aufräum- und Reparaturarbeiten sowie vorangegangene „Arisierungen“ der Liegenschaften der Wasserstraßenverwaltung und Wiedergutmachungsbestrebungen in den Blick genommen.

Mit der Durchführung der Studie beauftragte die via donau – Österreichische Wasserstraßengesellschaft mbH das Projektteam im Dezember 2016, nachdem die Machbarkeit eines Forschungsprojekts 2015 im Rahmen einer Vorstudie geprüft worden war.

 

Zur Publikation des Projekts

Bilaterale Beziehungen zwischen Österreich und Jugoslawien unter besonderer Berücksichtigung Kärntens

Projektleiter: Univ.Prof. DDr. Oliver Rathkolb
Projektmitarbeiterin: Dr.in Petra Mayrhofer
Finanzierung: Altlandeshauptmann Hans Sima Privatstiftung
Laufzeit: 2016 – 2019

Zwangsmigration, Epidemie und Grenze. Grenzentlausungslager der NS-Gesundheitsverwaltung im besetzten Osteuropa 1939-1945

Abbildungen der Kopf-, Kleider- und Filzlaus und ihrer Eier (Fig. 9-13). Vor allem die Kleiderlaus galt als Überträgerin des Fleckfiebers.

In: Friedrich Küchenmeister, Die in und an dem Körper des lebenden Menschen vorkommenden Parasiten. Ein Lehr- und Handbuch der Diagnose und Behandlung der thierischen und pflanzlichen Parasiten des Menschen. Leipzig 1855, S.535.

 

Projektleiter: Assoz.-Prof. Dr. Bertrand Perz
Projektmitarbeiterin:
Mag.a Eva Hallama
Laufzeit:
3/2016 bis 2/2019
Finanzierung: DOC-Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

 

Die Errichtung der Grenzentlausungslager

Der Einsatz von Millionen zwangsweise rekrutierter „ziviler Arbeitskräfte“ aus dem besetzten Osteuropa für die deutsche Kriegswirtschaft war unter den NS-Eliten nicht unumstritten. NS-Ideologen warnten vor den volkspolitischen Gefahren, die das „Hereinholen“ ausländischer Arbeitskräfte für die deutsche Bevölkerung darstellen würde. Aus gesundheitspolitischer Sicht war es die Einschleppung von „Schmutzkrankheiten“ aus dem Osten, die als besonderes Risiko betrachtet wurden. Zu ihnen wurde vor allem Fleckfieber gezählt. Aufgrund seines Vorkommens in Ost- und Südosteuropa und seiner Übertragung durch Läusekot war die Fleckfieberprävention außerdem mit rassistischen Vorstellungen eines unzivilisierten und unreinen Ostens verbunden. Zur seuchenhygienischen Überwachung und zur Feststellung der Arbeitsfähigkeit errichtete das Deutsche Reich im östlichen Grenzraum daher „Grenzentlausungslager“, welche die ZwangsarbeiterInnen vor ihrem Einsatz im Reich passieren mussten. Hier fand die obligatorische Entlausungsprozedur statt, die der Prävention des Fleckfiebers galt.

Aus der Perspektive der ZwangsarbeiterInnen waren die medizinische Beschau und die Entlausungspraxis nach der Rekrutierung einer der ersten Erfahrungen, die den Übergang in die Zwangsarbeit und die Unterwerfung unter das NS-Regime markierten. Bei der Quellenanalyse liegt ein Fokus dabei auch auf der Frage nach Formen der Beschämung und im Zusammenhang damit nach der Kategorie Geschlecht. Dies, weil von der These ausgegangen wird, dass Beschämung als strukturelles Mittel der Stigmatisierung unter anderen dazu imstande war, auf der NS-Ideologie basierende Grenzziehungen zwischen „Herrenmensch“ und dem „slawischen Arbeitsvolk“ herzustellen, die durch den Zwangsarbeitseinsatz der osteuropäischen Bevölkerung innerhalb des Deutschen Reiches auf der räumlichen Ebene nicht umgesetzt werden konnten.

Methodischer Zugang

Ein kombinierender Zugang von diskurstheoretischen und praxeologischen Ansätzen soll es ermöglichen, soziale und institutionelle Praxis in ihrer Verwobenheit mit gesellschaftlichen Diskursen zu fassen.

Ausgewertet werden Quellen der NS-Administration, allen voran Bestände der zentralen wie lokalen Gesundheitsbehörden und Arbeitsämter. Die Analyse lebensgeschichtlicher Erfahrungen und Erinnerungen ehemaliger ZwangsarbeiterInnen hat demgegenüber zum Ziel, die Bedeutung der Untersuchungs- und Entlausungspraxis für die Betroffenen selbst herauszuarbeiten und aufzuzeigen.

Forschungsfragen

  1. Wie sah der Durchschleusungsvorgang, die Erfassungs-, Untersuchungs- und Entlausungspraxis in den Lagern aus und welche Diskurse waren mit der Institution der „Grenzentlausungslager“ verwoben? Inwieweit gingen zudem sicherheitspolizeiliche Kontrollen mit den seuchenhygienischen Maßnahmen einher?
  2. Wie erlebten und mit welchen Bildern erinnerten ehemalige ZwangsarbeiterInnen die Durchschleusung durch die Grenzentlausungslager? Welche Zuschreibungen erfuhren sie im Zuge der medizinischen und seuchenhygienischen Untersuchungen und welche Formen des Widerstands entwickelten sie gegen diese?

Inbesitznahmen. Das Parlamentsgebäude in den Diktaturen zwischen 1933 und 1945

Langer, Franz X. (Hg.), Bei uns in Wien. Leselernbuch für die ersten Klassen der Volksschulen des Reichsgaues Wien, 1. Teil, Wien 1942

Forschungsprojekt zur Aufarbeitung der Geschichte des Parlaments zwischen 1933 und 1945

Projektleitung: Assoz.-Prof. Dr. Bertrand Perz
Projektmitarbeiterinnen: Mag.a Dr.in Verena Pawlowsky / Mag.a Ina Markova
Finanzierung: Österreichisches Parlament
Laufzeit: 2015–2018

Die zentrale Frage der Studie lautet: Wie haben sich die beiden antidemokratischen Systeme – Ständestaat und NS-Regime – zwischen 1933 und 1945 des Parlaments bedient. Das Parlamentsgebäude, das während des Ständestaates Haus der Bundesgesetzgebung und nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich zunächst Sitz des Reichskommissars für die Wiedervereinigung und später Gauhaus der NSDAP war, ist nie nur Gebäude, sondern immer auch symbolischer Ort gewesen. Die zweckfremde Nutzung eines explizit dem Parlamentarismus gewidmeten Prachtbaues in jenen Jahren, in denen die parlamentarischen Strukturen in Österreich außer Kraft gesetzt waren, wirft daher mehrere Fragen auf.

Da das Parlament immer Machtzentrum war, ihm diese Bedeutung gleichsam eingeschrieben ist, gilt es, festzustellen, ob diese Bedeutung vor der Neuverwendung erst getilgt werden musste oder für die je eigenen Zwecke transformiert werden konnte. Die Rekonstruktion der Behörden- und Dienststellenstruktur, die im Parlamentsgebäude nach 1933, aber vor allem nach 1938 implementiert wurde, ist bis heute erst marginal erfolgt.

Für Wien gab es – wie für andere Städte des Deutschen Reiches – Pläne zur Errichtung eines Gauforums, doch innerhalb dieser Pläne wäre dem Parlamentsgebäude keine Funktion zugekommen. Geklärt werden soll daher, wieso gerade dieses Gebäude als Gauhaus gewählt wurde, welche Diskussions- und Entscheidungsprozesse der Nutzung des Hauses vorangingen, ob es andere, grundsätzliche topografische Überlegungen zur Platzierung des Parteisitzes in der Stadt gab bzw. welche Rolle dem Wiener Parlamentsgebäude in der nationalsozialistischen Stadtplanung zugekommen wäre, wäre diese umgesetzt worden.

Die Inbesitznahme eines Gebäudes geht zumeist mit baulichen Adaptionen einher. Gezielte Umbauten und ein zerstörerischer Umgang mit den noch aus „parlamentarischer“ Zeit stammenden Relikten – Büsten und Bildern, aber auch Mobiliar und Teppichen –, Entwendungen und kriegsbedingte Verlagerungen sind anzunehmen. Die Analyse der Veränderungen an Architektur und Inventar erlaubt Rückschlüsse darauf, welche Bedeutung Ständestaat und NS-Regime dem übernommenen Gebäude zuschrieben.

Auch die Fragen nach dem Charakter der konkreten Nutzung des Hauses als Amtssitz ist relevant. Vor allem für die Jahre, in denen das Parlament Gauhaus war, muss erst analysiert werden, ob das Gauhaus hermetischer Sitz einer autokratisch agierenden Gauleitung oder offenes Amts- und Parteigebäude und allgemein betretbar war.

Diese Frage leitet unmittelbar zu jener nach dem hier beschäftigten Personal. Exemplarische Biografien werden zeigen, wer hier zwischen 1933 und 1945 arbeitete und was der Arbeitsplatz Parlament für die hier tätigen Protagonisten verschiedener politischer Systeme und was für die langjährigen Bediensteten – etwa des Kanzleidienstes oder der Haustechnik – bedeutete.

Nach der zweckfremden Nutzung des Parlaments erfolgte nach 1945 seine Wiederaneignung, was zweifellos nicht nur ein Akt der Wiederinstandsetzung, sondern ein auch eminent symbolischer war. Der Aufbau des neuen Österreich spiegelt sich wieder im Aufbau der Repräsentativgebäude des wiederentstandenen Staates. Dem Parlamentsgebäude kam dabei eine wichtige Rolle in der Ikonologie des Wiederaufbaus zu. Die Tilgung der NS-Spuren und der Kriegszerstörungen, die Rekonstruktion der Außenfassade, bei gleichzeitiger Teilmodernisierung des Inneren sind Teile dieses Prozesses der Wiederaneignung, der sich über mehr als zehn Jahre zog.

Mit der Durchführung der Studie beauftragte die Parlamentsdirektion das Projektteam 2015, nachdem – angeregt durch die Provenienzforschung in der Bibliothek des Hauses (https://www.parlament.gv.at/ZUSD/PDF/NS-Provenienzforschung.pdf)– im Rahmen einer Pilotstudie die Machbarkeit eines umfangreichen Projektes zur Geschichte des Parlaments zwischen 1933 und 1945 erhoben worden war. Nationalratspräsidentin Doris Bures stellte das Projekt am 26. Juni 2015 in einer Pressekonferenz vor (https://www.parlament.gv.at/PAKT/PR/JAHR_2015/PK0730/index.shtml).

Antisemitism after the Shoah

Projektleiterin: PDin Dr.in Margit Reiter
Projektmitarbeit: Mag. Matthias Falter, Mag.a Linda Erker
Laufzeit: 1.9.2014-31.8.2017
Finanzierung: FWF (Projektnummer P 27102-G16)

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Das Jahr 1945 war – trotz aller Umbrüche und Veränderungen – keine "Stunde Null". Obwohl die Shoah in vielerlei Hinsicht eine entscheidende Zäsur bedeutete, war Antisemitismus nach 1945 nicht spurlos verschwunden, sondern lebte in verschiedenen Formen und Bereichen fort.


Das Projekt beschäftigt sich mit Antisemitismus in Nachkriegsösterreich allgemein und im Milieu der ehemaligen Nationalsozialisten im Besonderen. Dazu werden die antisemitischen Vorfälle und Äußerungen in der Nachkriegszeit rekonstruiert und genau analysiert. Unter anderem wird nach den (Haupt)Trägern und den Zielobjekten des Antisemitismus gefragt. In diesem Zusammenhang werden auch die zwei zentralen Thesen zum Nachkriegsantisemitismus ("Antisemitismus ohne Juden" und "Antisemitismus ohne Antisemiten") kritisch hinterfragt. Es wird untersucht, welche alten antisemitischen Klischees und Argumentationsmuster den Nationalsozialismus überdauert haben und welche neuen Formen ("sekundärer Antisemitismus") sich nach der Shoah finden? Im Projekt ist auch eine politische Kontextualisierung vorgesehen, d.h. der antisemitische Diskurs im "Ehemaligen"-Milieu wird in den allgemeinen Nachkriegsdiskurs über "Juden" eingeordnet. Dabei wird nach Unterschieden und Überschneidungen gefragt und erstmals werden auch kritische Gegendiskurse miteinbezogen. Schließlich geht das Projekt auch über den österreichischen Rahmen hinaus. Durch einen transnationalen Vergleich mit Deutschland nach 1945 sollen Ähnlichkeiten und Unterschiede im Umgang mit Juden und Antisemitismus in diesen zwei NS-Nachfolgestaaten herausgearbeitet und nach möglichen historischen, politischen und sozialpsychologischen Gründen dafür gefragt werden.
Im Projekt werden drei konkrete Aktionsfelder/Diskursebenen der "Ehemaligen" untersucht:

1) die private und soziale Ebene ("Binnendiskurs) am Beispiel von NS-Familien und der "Glasenbacher",

2) die politische Ebene (Außendiskurs) am Beispiel des VdU und der FPÖ) und

3) der öffentliche und mediale Gegendiskurs. Diese verschiedenen, teilweise ineinander übergehenden Diskursebenen werden verglichen und miteinander verknüpft.

Ein zentraler Aspekt der Untersuchung ist der "double speak" im Milieu der ehemaligen Nationalsozialisten, d.h. die vermutete Diskrepanz zwischen dem Binnen- und Außendiskurs in Bezug auf das Themenfeld "Juden" und Antisemitismus.
Der Untersuchungszeitraum von 1945-1960 kann als wichtige Formierungsphase der österreichischen Vergangenheitspolitik gesehen werden und gliedert sich in drei Phasen (1945-1947; 1948-1955, nach 1955), die auf die zentralen Forschungsfragen hin untersucht werden. Das Projekt basiert auf vielen verschiedenen Quellen, wie z.B. zeitgenössische Medien (Medien der ehemaligen Nazis, allgemeine Nachkriegspresse, jüdische Medien…), verschiedene Archivquellen (NS Dokumente, US-Army-Dokumente, Entnazifizierungsakten, Material zu Glasenbach, Parteiakten zu VdU, FPÖ etc.), autobiographische Quellen (Memoiren ehemaliger Nazis, Interviews, Nachlässe) und publizierten Quellen z.B. Parlaments- und Ministerratsprotokolle, US-Berichte...).


Mit der Untersuchung wird nicht nur eine beträchtliche Forschungslücke gefüllt sondern auch ein empirisch und theoretisch fundierter Beitrag zur Antisemitismusforschung geleistet. Das Projekt versteht sich als erster Schritt für eine noch ausstehende umfassende Geschichte des Antisemitismus nach der Shoah in Österreich.

 

Die „Ehemaligen”. Politische (Neu)Positionierungen von ehemaligen NationalsozialistInnen in Österreich nach 1945
Panel am 9. Juni 2016 am Zeitgeschichtetag in Graz

Margit Reiter (Wien): Wie ehemalig sind die „Ehemaligen“? Politische Reorganisation ehemaliger NationalsozialistInnen am Beispiel des VdU und der FPÖ
Matthias Falter (Wien): Kooperationen und Konkurrenz – Die „Ehemaligen“ und die ÖVP
Linda Erker (Wien): Der „Blick von außen“. Kritische Gegenstimmen und Korrektive im österreichischen Nachkriegsdiskurs
Peter Pirker (Wien): Kommentar
Helga Embacher: Chair

Bericht auf derstandard.at

Die Dachauer Mauthausenprozesse und Österreich

Projektleiter: Assoz.-Prof. Dr. Bertrand Perz
ProjektmitarbeiterIn: Mag. Christian Rabl
Laufzeit: 10/2015 bis 6/2017
Finanzierung: Zukunftsfonds der Republik Österreich
Projektdurchführung bei der Österreichischen Gesellschaft für Zeitgeschichte

IAEA History Research Project

 

 

 

 

 

IAEA Oral History Project


Projekthomepage

Projektleitung: Dr.in Elisabeth Röhrlich
Projektmitarbeiterin: Mag.a Klaudija Sabo
Laufzeit: 2014-2016
Finanzierung: Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank / Carnegie Corporation of New York

 

The Creation of the IAEA, 1953-1957


Projekthomepage
Projektleitung: Dr.in Elisabeth Röhrlich
Laufzeit: 2015-2019
Finanzierung: FWF, Elise-Richter-Programm

Engagement und Professionalisierung. Käthe Schirmacher (1865-1930)

Selbstentwürfe zwischen radikaler Frauenbewegung und völkischem Nationalismus

Projektleiterin: a.o. Univ.Prof.in Dr.in Johanna Gehmacher
ProjektmitarbeiterInnen: Mag.a Elisa Heinrich, Dr.in Corinna Oesch
Laufzeit: 01.07.2013 – 30.06.2017
Finanzierung:
FWF (Projektnummer P 25705-G16)
Projekthomepage

 

Um 1900 suchten in Europa und Nordamerika viele Frauen aus bürgerlichem Milieu nach neuen gesellschaftlichen Positionierungen: junge weibliche Mittelschichtsangehörige strömten zunehmend auf die Arbeitsmärkte und wiesen traditionelle Lebensentwürfe zurück. Die Ursachen dafür sind in den gravierenden sozialstrukturellen Umbrüchen der sich entwickelnden Industriegesellschaften mit ihren wiederkehrenden Krisen zu suchen. Wurden unter dem topos der „Frauenfrage“ damit verbundene Gegensätze politisch verhandelt, so spiegelte sich in Begriffen wie jenem der „modernen Frau“ die Suche nach Modellen weiblicher Individualität die von den Frauenbewegungen angestoßen wurde, aber in weitaus größeren gesellschaftlichen Kontext Resonanz, aber auch Widerstand fand.

Ziel des hier vorgeschlagenen Projektes ist es, Diskurse und Konfliktfelder zu analysieren, die im Kontext der von Frauenrechtsaktivistinnen angestrebten Transformation der hegemonialen weiblichen Subjektivierungsweise Bedeutung erlangten. Die in diesem Zusammenhang entwickelten Forschungsfragen sollen exemplarisch anhand von Biographie und Werk der 1865 in Danzig geborenen Frauenrechtsaktivistin und späteren völkischen Nationalistin Käthe Schirmacher untersucht werden. Die Fallstudie zu einer Protagonistin, die als eine der ersten Frauen Deutschlands ein Doktorat erwarb und als unabhängige Buchautorin und Journalistin ihr Leben verdiente, wird innovative Thesen und Ergebnisse in mehreren Forschungskontexten erbringen. Sie wird zur Frauenbildungs- und Berufsgeschichte beitragen und dabei neue Thesen zur Durchsetzung des Universitätsstudiums von Frauen und ihrer Integration in höhere Berufe sowie insbesondere zur Geschlechtergeschichte des Journalismus erlauben. Sie wird überdies differenzierte Einsichten sowohl in die internationale Frauenbewegungsgeschichte ermöglichen als auch neue Perspektiven auf die Geschichte nationalistischer Bewegungen in Deutschland am Beginn des 20. Jahrhunderts eröffnen. Die Analyse der umfangreichen wissenschaftlichen, literarischen und journalistischen Schriften von Käthe Schirmacher wird differenzierte Einblicke in spezifische Interpretations- und Deutungsmuster im Kontext dieser unterschiedlichen Bewegungen eröffnen. Zentrale Fragen des Projektes werden dabei u.a. auf Geschlechterkonzepte und unterschiedliche Formulierungen der „Frauenfrage“ wie auch auf die Zunahme nationalistischer und rassistischer Identifikationen in öffentlichen Diskursen vor dem Ersten Weltkrieg fokussieren.

In Verbindung mit diesen thematischen Perspektiven wird das Projekt die theoretische Reflexion biographischer Forschung in einem interdisziplinären Kontext vorantreiben. Ausgehend von Konzepten, wie sie unter anderem in der Frauen- und Geschlechtergeschichte entwickelt wurden, werden neuere Zugangsweisen biographischer Forschung und Darstellung diskutiert und für eine theoretisch reflektierte Einbeziehung biographischer Perspektiven in die Geschichte sozialer Bewegungen wie auch in die Bildungsgeschichte plädiert werden. Das Projekt wird methodisch-theoretisch an einen aktuellen Vorschlag zu Verbindung diskursanalytischer und biographischer Ansätze anknüpfen und dabei einen besonderen Fokus auf die Analyse von Selbstentwürfen und autobiographischen Texten und die ihnen innewohnenden Zeitperspektiven legen. Ziel des Projektes ist es, die Diskussion über offene theoretische und methodologische Fragen biographischer Forschung voranzutreiben und neue Formen des biographischen Schreibens zu entwickeln.

Geschichte der Österreichischen Bundesbahnen von der NS-Zeit bis zum Wiederaufbau in den 1950er Jahren

Projektleiter: Oliver Rathkolb
Projektmitarbeiterin: Magdalena Neumüller
Laufzeit: 01.01.2013 - 31.01.2016
Finanzierung: ÖBB-Holding

150 Jahre Wiener Eislauf-Verein

Eisschnellläuferinnen am „Heumarkt“ 1926, © Wiener Eislauf-Verein

Die Geschichte des WEV 1867–2017

Projektleiter: Univ.-Prof. DDr. Oliver Rathkolb
Projektmitarbeiterin:
Mag.a Agnes Meisinger
Laufzeit:
01.01.2014 – 30.09.2016
Finanzierung:
Wiener Eislauf-Verein

 

Der Wiener Eislauf-Verein (WEV) feiert im Jahr 2017 das Jubiläum seines 150-jährigen Bestehens. Seit der Gründung im Jahr 1867 hat sich der Verein, der seit 1895 in der Lothringerstraße beim „Heumarkt“ beheimatet ist, als feste Einrichtung in Wiens Sport-, Freizeit- und Gesellschaftsleben etabliert. Mit zeitweise bis zu knapp 10.000 Mitgliedern (1929/30) und zahlreichen Siegen von VereinsathletInnen bei internationalen Wettbewerben im Eislaufsport ist der WEV einer der ältesten, größten und erfolgreichsten Sportvereine weltweit. Das bevorstehende Jubiläum bietet den Anlass, sich eingehend mit der 150-jährigen Geschichte des Traditionsvereins wissenschaftlich auseinanderzusetzen; insbesondere, da es derzeit keine für die breite Öffentlichkeit zugängliche Darstellung der Vereinshistorie gibt. Ziel ist die Erstellung des ersten Gesamtwerkes zur Geschichte des Wiener Eislauf-Vereins von 1867 bis 2017.