Ring-Vorlesung: Demokratie und Digitale Revolution (WiSe 2022/2023)

Beschleunigt durch die Covid-19 Pandemie verändern digitale Entwicklungen die Rahmenbedingungen für politische Gestaltungs- und Aushandlungsprozesse sowie Partizipations- und Kommunikationsmöglichkeiten. In Kooperation zwischen der Universität Wien, der ÖAW sowie der Stadt Wien findet Wintersemester 2022 eine Ringvorlesung statt, die sich aus interdisziplinärer Perspektive mit der Digitalen Revolution in seiner historischen Genese, gegenwärtigen Entwicklung und zukünftigen Auswirkungen auf gesellschaftliches Zusammenleben, politische Partizipation und dem Demokratieverständnis im digitalen Raum beschäftigt.


Da die Thematik auch über die Grenzen der Akademia hinaus von Bedeutung ist, sollen nachgelagert die Einheiten über die digitale Bildungsplattform iMoox einer breiten Bevölkerungsschicht kostenlos zur Verfügung gestellt werden.


Termin 1 & 13 finden im Rathaus der Stadt Wien statt.
Termin 1 als Kick-Off. Termin 13 als Abschluss mit Q&A, Fragen von Studierenden, Vernetzung.
Termin 12 findet im Rahmen einer Antrittsvorlesung im Großen Festsaal der Universität Wien statt.
Alle weiteren Termine finden im BIG-Hörsaal, Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 1 Hof 1, statt.

 

Die Ringvorlesung im u:find


Redaktionskomitee: Oliver Rathkolb, Harald Katzmair, Alexandra N. Lenz und Maximilian Brockhaus

in Kooperation mit der Stadt Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Allgmeine Informationen

Programm

06.10.2022, 16:30-19:00, Festsaal im Rathaus der Stadt Wien

Eröffnung
Veronica Kaup-Hasler, Stadträtin für Kultur und Wissenschaft
Sebastian Schütze, Rektor der Universität Wien
Panel: Oliver Rathkolb, Alexandra N. Lenz, Harald Katzmair, Nikolaus Forgó

Moderation: Sarah Kriesche

16:30
Einlass
Festsaal im Rathaus der Stadt Wien. Eingang Lichtenfelsgasse II, Feststiege I

17:00
Begrüßungsworte der Stadträtin Veronica Kaup-Hasler sowie des Rektors der Universität Wien, Sebastian Schütze

17:30
Paneldiskussion
Als thematischer Einstieg in die Ringvorlesung zeigt die Diskussion zum Thema "Demokratie und Digitale Revolution" grundlegende Problemfelder und Fragestellungen auf, die im weiteren Semester behandelt werden.

19:00
Im Anschluss lädt der Bürgermeister zum Cocktailempfang mit Speisen und Getränken.

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13.10.2022, 16:45-18:15

Oliver Rathkolb / Zeitgeschichte

Digitale Revolution und Demokratieverständnis im historischen und gegenwärtigen Kontext

 

20.10.2022, 16:45-18:15

Christopher Frauenberger, Sandra Heissenberger, Svenja Schroeder / Stadt Wien

Der Wiener Weg zum Digitalen Humanismus – Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für die Stadt und ihre Bürger*innen

 

27.10.2022, 16:45-18:15

Alexandra N. Lenz / Sprachwissenschaften

Sprachwandel und Sprachdiskurse im Digitalen Zeitalter

Im Fokus des Vortrags stehen Aspekte des Sprachwandels im 21. Jahrhundert. Ein Schwerpunkt der Diskussion wird dabei auf Neologismen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gelegt, deren Dynamik auf Basis großangelegter Sprachkorpora nachgezeichnet wird.

 

03.11.2022, 16:45-18:15

Hajo Boomgarden / Publizistik und Kommunikationswissenschaft

Die Zukunft der Demokratie im Digitalen Zeitalter

 

10.11.2022, 16:45-18:15

Michael Stampfer / Forschungs- und Technologiepolitik

Digitaler Humanismus – Begriffe, Akteure, Initiativen

Der Entwicklungsgang der Digitalisierung und der Plattformökonomien verändert die Grundregeln, das Machtgefüge und die Garantiesysteme in Marktwirtschaft, im Rechtsstaat, bei Diskursen und individuellen Rechten. Digitaler Humanismus heißt nichts anderes als Aufrechterhaltung eines hohen Zivilisationsniveaus unter neuen Bedingungen; und in der Vorlesung geht es darum, was staatliche Organisationen, Zivilgesellschaft, Fördereinrichtungen oder Unternehmen beispielhaft tun und was sie tun sollten.

Claudia Resch / Digitale Textwissenschaft

Digitale Historische Textkorpora – Herausforderungen und Potenziale

 

17.11.2022, 16:45-18:15

Nikolaus Forgó / Rechtswissenschaft

Die (Nicht-)Reaktion des Rechtssystems auf  die "Digitale Revolution" seit den 1970-er Jahren

 

24.11.2022, 16:45-18:15

Lars Bülow / Sprachwissenschaft

Internet-Memes als Praktik der politischen Kommunikation

Der Begriff des Internet-Memes fasst eine heterogene Gruppe digitaler – und zumeist multimodaler – Texte zusammen (zum Beispiel Videos, GIFs, Image Macros), die sich durch formale und/oder inhaltliche Gemeinsamkeiten auszeichnen und durch Imitations- und Aneignungsprozesse verbreiten. Mitunter ist auch die gemeinsame Positionierung zu bestimmten Themen relevant. Daher können Internet-Memes als kollektiver Ausdruck der Netzgemeinde verstanden werden. In ihnen manifestiert sich ein soziales und kulturelles Bewusstsein, in dem sich allgemeine Denkweisen, Diskurse und Positionierungspraktiken widerspiegeln. Internet-Memes sind ein Format, das sich auf den Plattformen der sozialen Medien wie Instagram, Facebook, TikTok oder Twitter großer Beliebtheit erfreut und als kommunikative Praxis mittlerweile fest etabliert hat. Der Vortrag „Internet-Memes als Praktik politischer Partizipation. Eine linguistische Perspektivierung“ widmet sich zwei zentralen linguistischen Aspekten diese Genres: Zum einen wird erörtert, wie sich multimodale Metaphern in politischen Internet-Memes herausbilden. Zum anderen wird der Frage nachgegangen, welchen Einfluss die sprachliche Varietät auf die Wahrnehmung und Wirkung politischer Internet-Memes nimmt.

Claudia Wilhelm / Publizistik und Kommunikationswissenschaft

Hate speech, Gender und soziale Netzwerke

Inhalte und Wirkungsaspekte von Anti-Gender-Kommunikation europäischer rechter Parteien in sozialen Medien. Inwiefern enthält diese Kommunikation Hate Speech und wie nehmen Nutzer:innen diese wahr? Anhand von Ergebnissen eines EU-geförderten Projekts zu Anti-Gender Hate Speech wird ein Ansatz zur Definition und Messung von Hate Speech präsentiert. Des Weiteren diskutiert der Vortrag verschiedene Faktoren, die die Wirkung von Hate Speech beeinflussen.

 

01.12.2022, 16:45-18:15

Elisabeth Lechner / Medienwissenschaften & Anglistik

Medien – Körper – Digitalisierung

Tobias Dienlin / Kommunikationswissenschaft & Medienpsychologie

Bedroht die Digitalisierung unsere politische und psychologische Selbstbestimmung?

Nahezu alle Menschen beziehen Informationen über Weltgeschehen, Politik und Umfeld aus Online-Quellen. Die Inhalte werden algorithmisch gesteuert und kaum professionell geprüft. Wie fremdbestimmt sind wir eigentlich?

 

15.12.2022, 16:45-18:15

Torsten Moeller & Sebastian Tschiatschek / Data Science

Visual Data Analysis, intelligent and complex models (ICMs) als Triebkräfte der Demokratie

 

12.01.2023, 16:45-18:15

Yvonne Franz / Geographie

Stadt(teil)veränderungsprozesse im Kontext der Digitalisierung: Zur Rolle des Alltagslebens und der sozialen Innovation.

Ausgehend von „gewöhnlichen Einladungen“ im Alltagsleben, wird die digitale Transformation mit dem lokalen Raum, dem Stadtteil, verknüpft. Es stellt sich die Frage, inwiefern diese Einladungen im Kontext sozialer Innovationen zu bewerten sind.

 

19.01.2023, 18:00-20:00, Großer Festsaal der Universität Wien

Alexander Filipović / Sozialethik

Digitale Ethik

 

26.01.2023, 16:30-19:00, Festsaal im Rathaus der Stadt Wien

Abschluss: Bürgermeister Michael Ludwig
Panel: Oliver Rathkolb, Alexandra N. Lenz, Harald Katzmair, Nikolaus Forgó

Moderation: tba

Abschluss Q&A mit Studierenden