Beteiligte

Aylin Basaran
Frank Stern
Christina Wieder

 

Ehemalige Beteiligte

Klaudija Sabo

Visuelle Zeit- und Kulturgeschichte, Film und andere Medien

Zeit- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts und 21. Jahrhunderts sind ohne filmische und televisuelle Repräsentationen nicht denkbar, Zeitgeschichte und Visualität sind untrennbar verbunden. Film, TV-Serien und andere Medien haben das zurückliegende Jahrhundert nicht allein sicht- und hörbar festgehalten, sondern insbesondere durch audiovisuelle Inhalte, Formen und Strukturen wesentlich zu den zeit- und kulturgeschichtlichen Ereignissen und Entwicklungen beigetragen, diese umfassend theoretisch, praktisch, technologisch und mentalitätsgeschichtlich geprägt. Die Medialisierung und Visualisierung der Geschichte durchzieht zu Beginn des 21. Jahrhunderts alle Bereiche der Gesellschaft, der Politik, der Erziehung, Bildung und Kunst. Das macht neue Formen der Forschung, Lehre und, vor allem, eine innovative berufsqualifizierende Ausbildung erforderlich. Visuelle Zeitgeschichte, Visual History, rekonstruiert daher die Geschichtsmächtigkeit medialer Anordnungen über eine engere medienhistorische Perspektive hinaus und fokussiert auf eine zeithistorisch basierte Analyse filmischer und medialer Repräsentationssysteme. Geschichtsbilder und deren wissenschaftliche Analyse sind von moderner Technologie und Digitalisierung nicht zu trennen. In Forschung und Lehre stellt die visuelle Zeit- und Kulturgeschichte ein wesentliches integratives Medium dar, durch das nationale, regionale und internationale Entwicklungen sowie deren zeit- und kulturgeschichtliche Dimensionen an der Schnittstelle von Theorie, visueller Praxis und Politik interdisziplinär bearbeitet werden.

Die multimediale interaktive Darstellung zeit- und kulturgeschichtlicher Themen in inner- und außeruniversitärer Kooperation, der Diskurs von Zeitgeschichte und Öffentlichkeit sind hierbei zentral. Hierzu gehören vom Schwerpunkt initiierte Filmreihen mit österreichischen und internationalen Kooperationspartnern und insbesondere die seit über einem Jahrzehnt durchgeführte jährliche Open-Air Film-Retrospektive an der Gedenkstätte des ehemaligen KZ Mauthausen. Der Fokus liegt dabei auf Spielfilmen, die sich mit Rassismus, Antisemitismus, dem Terror in den KZ und Vernichtungslagern, der Schoa befassen und die Frage nach der individuellen Verantwortung damals und heute stellen. 

Zielführend geht es um Intensivierung eines Österreich spezifischen Profils, das der international vernetzten Visualisierung der Zeitgeschichte, der Erinnerungskultur und der, durch die Öffnung der Europäischen Union bedingten, visuellen Dimension des grenzübergreifenden und transatlantischen Dialogs und der Intervisualität mit anderen europäischen und außereuropäischen Kulturen dient. Dieser integrative Bereich am Institut für Zeitgeschichte in Wien stellt sich daher in besonderem Maße die Aufgabe, unter den Auszubildenden kulturelle Kompetenz zu schaffen, die in der Umsetzung der theoretischen Erkenntnisse in zeithistorischer Medien- und Filmanalyse sowie in praktisch-zeitgeschichtlicher Film- und Videoarbeit zum Ausdruck kommen. Studierende haben daher auch die Möglichkeit mit filmpraktischen Arbeiten zu ihrer professionellen Qualifikation beizutragen. Damit sollen den Auszubildenden der Universität Wien neue international kompatible und wettbewerbsfähige Berufsfelder erschlossen werden.


Der Schwerpunkt Visuelle Zeit-und Kulturgeschichte kooperiert vielfältig mit dem Schwerpunkt Medien und Zeitgeschichte.

 

Stand 7/2020

 News zum Schwerpunkt

Anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Holocaust (International Holocaust Remembrance Day) am 27. Januar 2021 kooperiert...

Verantwortung ist immer in der Gegenwart. Wider Rassismus und Antisemitismus heute

19.-22. August 2020