Zum Tod von Leonhard Weidinger (1969-2023)

Das Institut für Zeitgeschichte trauert um Leonhard Weidinger.

Leo, wie er bei uns genannt wurde, hat in den 1990er Jahren hier Zeitgeschichte studiert, war aktiv in der Studienrichtungsvertretung tätig und nicht nur universitätspolitisch mit unserem Institut eng verbunden. Leo packte beim Umzug unseres Instituts von der Rotenhausgasse in den Campus im Jahr 1998 ganz direkt an, im selben Jahr schloss er mit einer von Anton Staudinger betreuten Diplomarbeit Arena: die Besetzung des Auslandsschlachthofes St. Marx im Sommer 1976 als kulturelles und politisches Ereignis sein Studium ab. Die Wahl des Themas entsprach auch seinem großen politischen Interesse. Seit 2005 war Leo für die Kommission für Provenienzforschung im Museum für angewandte Kunst tätig und trug maßgeblich zur Entwicklung dieses Forschungsfeldes bei. Leo, der sich insbesondere in Initiativen zur Digitalisierung von Quellen zur Provenienzforschung engagierte, wurde zu einem anerkannten Experten auf diesem Gebiet und erlangte auch internationale Bekanntheit. Die Kommission für Provenienzforschung hat ihn in einem ausführlichen Nachruf gewürdigt: (https://provenienzforschung.gv.at/kommission/nachrufleonhardweidinger/).

Dem Institut für Zeitgeschichte blieb Leo immer verbunden und hielt bis heute Kontakt zu Institutsmitgliedern. Leo ist am 22. September nach langer, schwerer Krankheit verstorben.

Unsere Anteilnahme gilt seiner Lebensgefährtin Susanne und allen Angehörigen.

 

Bertrand Perz