11.6. - INTERAKTIONEN - Wie vom Holocaust erzählen? Aktuelle und zukünftige Perspektiven.

Podiumsgespräch mit Andreas Kranebitter (DÖW) und Barbara Staudinger (Jüdisches Museum Wien)

 

Donnerstag, 11. Juni 2026, 11:30

Institut für Zeitgeschichte, Seminarraum 1

Spitalgasse 2-4/Hof 1, 1090 Wien

 

Österreich und insbesondere Wien verfügen über eine Reihe von Institutionen – Archive, Forschungseinrichtungen, Gedenkstätten und Museen –, für die die Auseinandersetzung mit dem Thema Holocaust von großer Bedeutung ist, sei es auf der Ebene der Archivierung und Sammlungstätigkeiten, der Forschung oder der Vermittlung in Form von Ausstellungen und pädagogischen Programmen. Hinzu kommen zivilgesellschaftliche Initiativen, die öffentliche Gedenkveranstaltungen organisieren, temporäre wie dauerhafte Erinnerungszeichen setzen und diskutieren. Auch in den österreichischen Medien – von Kino über TV bis Social Media – ist das Thema Holocaust etabliert.

 

Dennoch steht die Erinnerungs- und Geschichtskultur kontinuierlich vor der Frage, ob der Holocaust – angesichts der massiven Involvierung Österreichs auf Seiten der Täter_innen wie der Opfer – adäquat repräsentiert ist und welche neuen Vermittlungsformen es mehr als 80 Jahre nach den Ereignissen benötigt.

 

Vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen diskutieren die Leiter_innen zweier zentraler Institutionen die gegenwärtige Situation sowie künftige Entwicklungen. Im Fokus steht die Frage, wie ihre Institutionen in den Sammlungs- und Forschungsstrategien und vor allem in Ausstellungen und Vermittlungsprogrammen mit der Geschichte des Holocausts umgehen.

 

Moderation: Bertrand Perz

 

 

Zu den Diskutant_innen 

Dr. Andreas Kranebitter ist Soziologe und Politikwissenschafter und seit 2023 Wissenschaftlicher Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) in Wien. Zuvor war er viele Jahre an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen und den Universitäten Wien und Graz tätig.

 

Dr. Barbara Staudinger hat Geschichte, Theaterwissenschaften und Judaistik studiert und ist seit 2022 Direktorin des Jüdischen Museums Wien. Zuvor war sie u.a. im kuratorischen Team zur Neugestaltung der österreichischen Ausstellung in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau tätig und von 2018–2022 Direktorin des Jüdischen Museums Augsburg Schwaben.

 

 

  

  

INTERAKTIONEN – eine Vortragsreihe am Institut für Zeitgeschichte

Porträtaufnahmen Holocaust-Überlebender des Fotografen Luigi Toscano aus seinem Projekt "Gegen das Vergessen". Ringstraße, Wien 2019 (Aufnahme: Bertrand Perz)